Das Auerochsen- dreieck – initiiert und umgesetzt vom LEV Ostalbkreis in drei Projekten.

Projektpartner:


Willkommen im Auerochsendreieck Ellwangen-Bopfingen-Aalen


Urige Ostalb

Auerochsen gestern und heute


Von uns Menschen verdrängt



weitere Links:


 

Der Auerochse, auch Ur oder Urus (Bos primigenius) genannt, ist die Ursprungsform der heutigen Hausrinder. Er gilt zwar seit langem als ausgestorben – jedoch existieren heute wieder Rückzüchtungen, die man auch Heckrinder nennt.

Woran erkenne ich einen Auerochsen?

 
 
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  • kräftige, nach vorne gerichtete Hörner
  • weiß umrandetes Flotzmaul
  • heller Aalstrich entlang des Rückgrats
  • Stiere sind deutlich größer als Kühe und haben ein schwarzes Fell.
  • Kühe und Kälber haben ein helleres Fell.
  • Wechsel von Sommerund Winterfell.
 

Vor den Eingriffen von uns Menschen in die Naturlandschaft lebten in Mitteleuropas Wildnis nicht nur Wölfe und Luchse, sondern auch die großen Pflanzenfresser Elch, Hirsch, Wildpferd, Wisent und Auerochse. Die Auerochsen - Sinnbild der Urwälder des wilden Germanien - waren damals nicht nur in Europa, sondern auch in Indien, in weiten Teilen Asiens und in Nordafrika verbreitet. Bereits um etwa 6000 v. Chr. begannen unsere Vorfahren damit, wilde Auerochsen zu zähmen und aus ihnen die heutigen Rinderrassen zu züchten. Hingegen starb der wilde Auerochse durch Lebensraumverlust und Bejagung allmählich aus, im Mittelmeerraum und in Asien schon um Christi Geburt. In Mitteleuropa wurde der letzte Auerochse um 1470 im Neuburger Wald geschossen. In Polen starb dann im Jahr 1627 die letzte Auerochsenkuh und damit war der Auerochse auf der ganzen Welt ausgelöscht.

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Das Winterfell ist so dicht, dass der Schnee darauf nicht schmilzt.

 
 

Die Rückkehr der Auerochsen

Mit dem Auerochsen verschwand auch die Wildnis in Mitteleuropa und wurde abgelöst durch eine allseits geordnete Kulturlandschaft, ohne Platz für die großen Pflanzenfresser. Doch im Gedächtnis der Menschen blieb der Auerochse lebendig und bereits 1835 dachte der polnische Zoologe Feliks Pawel Jarocki über eine Rückzüchtung aus alten Rinderrassen nach. Die Brüder Heck setzten, in den 1920er Jahren beginnend, diesen Traum in die Wirklichkeit um. Die entstandene Abbildzüchtung des Auerochsen – auch „Heckrind“ genannt – kann heute die Lücke füllen, die mit dem Aussterben des Auerochsen in der Natur entstanden ist.

 
 
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Wenn Sie das Glück haben, im urigen Ostalbkreis eine der Auerochsen- herden beim Galoppieren beobachten zu können, werden Sie sich mehr an die Serengeti in Afrika als an unser geordnetes Mitteleuropa erinnert fühlen.

Lassen Sie sich überraschen.

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Die Auerochsen und die Landschaft in Mitteleuropa

Die Gnuherden in den Savannen Afrikas oder die Bisonherden in den Prärien Nordamerikas sorgen - zusammen mit der dort vorherrschenden Trockenheit und Hitze – durch ihr Fressverhalten für nahezu waldfreie Landschaften. Hingegen gilt das kühlfeuchte Mitteleuropa als von Natur aus geschlossenes Buchenwaldgebiet. Sicher haben aber auch die einst in Europa heimischen Wisente, Auerochsen, Wildpferde, Elche und Hirsche, zumindest auf den nassen Aueböden der Bäche und Flüsse, waldfreie Bereiche geschaffen.

„Beweidungsprojekte mit Auerochsen erzeugen in diesem Sinne ein Abbild der ehemaligen Naturlandschaft, ähnlich wie sie war, bevor der Mensch die großen Pflanzenfresser unserer Heimat ausgerottet hat.“

 
 

Auerochsen als Landschaftspfleger in der heutigen Zeit

Europaweit leben in unseren Tagen mehrere tausend rückgezüchtete Auerochsen. Es sind anspruchslose Zeitgenossen, die weder Stall noch Kraftfutter benötigen. In der Landschaftspflege eingesetzt, verhindern Auerochsen die Verbuschung und Verwaldung von Feuchtwiesen oder schwierig zu bewirtschaftendem Brachland und machen, wenn sie ganzjährig im Freien gehalten werden, kaum Arbeit. Doch die rückgezüchteten Auerochsen leisten noch mehr. Ihre Weiden reagieren mit einer vielfältigen Flora und sind auch Lebensraum für selten gewordene Arten aus dem Tier- und Pflanzenreich.